Neues vom Ackerrand

Notizen vom Ackerrand September – Oktober -November 2017

Wieso eigentlich Ackerrand? – Ich stehe oder fahre meistens auf dem Acker und mache da meine Beobachtung über Wetter, Pflanzen, Wachstum und Ernte. Also diesmal gibt es Notizen direkt aus dem Herzen des Ackers. Der Spätsommer und der frühe Herbst sind unsere wichtigsten Erntemonate. Es werden Lagergemüse geerntet, Gründungen gesät (damit es auch im Winter schön lebendig bleibt), aber auch Wintergemüse wie Feldsalate, Postelein etc. angebaut und die Planung für kommendes Frühjahr läuft ebenfalls schon an.

Anfang September haben wir unsere Kartoffeln gerodet, ein großes Abenteuer. Das Wetter ließ nur kurze Fenster zum roden zu, die Rodetechnik ist auf den Punkt genau eingetrudelt (Danke Erich für die tolle Wühlmaus) und musste erstmal verstanden und eingestellt werden. Nachdem wir die ersten Reihen von Hand aufgelesen haben, konnten wir endlich unseren kleinen Vollernter einsetzen – die Wühlmaus. Es hat ein wenig Nerven gekostet, aber es war die Mühe wert. Die Kartoffeln wurden gerodet und dann? Ja ein Lager musste her. Nicht dass ich mir schon geraume Zeit darüber den Kopf zerbrochen hatte, aber in unserem Pionierjahr wurden oft Strukturen erst entwickelt, wenn sie benötigt wurden. Es gibt ja immer was zu tun…. Gut, nutzen wir den schönen Gewölbekeller unter der Scheune für die Kartoffeln und beständiges Wurzelgemüse (Rote Bete, Sellerie). Kaum waren wir am einlagern, mit einer Rutsche in Großkisten…gab der Boden an einigen Stellen nach und verhinderte jegliches bewegen der Kartoffelkisten. Und wir hatten nicht einmal die Hälfte der Kartoffeln im Keller…Es folgten kleinere Dramen, aber mittlerweile sind alle Kartoffeln frostfrei gelagert.

Jenny und Moritz haben im September mit dem Kauf des „Tantenhauses“ wichtige Schritte getan und somit einen Grundstein für weitere Möglichkeiten geschaffen, sei es die Erweiterung der Gemeinschaft um den Falkenhof, Unterschlupf für Praktikanten und Lehrlinge, Kulturraum, Einmachküche etc.. Ich möchte den Beiden noch mal für diesen mutigen Schritt danken und wünsche uns allen zusammen schöne Jahre, mit all den Baustellen die wir uns damit geschaffen haben.
(PS. handwerkliche Unterstützung ist immer willkommen)

Zum Oktober hin haben wir die Möhren-, Pastinaken-, Rote Bete-, Sellerie-, Kürbis- und Kohlernte ausgerufen. Jeder halbwegs trockene Tag wurde genutzt um unsere lieben Winterfrüchte heim zu tragen. Stunden- bzw. Wochenlange Ernteeinsätze folgten. Schnell haben wir noch die Kühlzelle (gesponsert von Martin Emde) aufgebaut und in Betrieb genommen. Sie beherbergt Möhren, Pastinaken und die Kohlköpfe. Eine schöne Zeit und eine gute Ernte lassen uns beruhigt in den Winter gehen.

Gefühlt ist es seitdem ruhiger geworden. Wir haben mehr Zeit für unsere Baustellen auf dem Hof, es gibt nur noch einen Abholtag in der Woche. Die Pflege der winterlichen Gewächshauskulturen geht gut von der Hand. Ich stelle mir oft die Frage, wie es wohl unseren Mitgliedern geht, ob sie zufrieden sind?. Irgendwie habe ich in der Erntezeit wenig von ihnen mitbekommen. Und an dieser Stelle merke ich wieder, wie schön es ist eine Landwirtschaft zu betreiben, die nah am Menschen oder Verbraucher ist und wie wichtig diese Verbindung ist. Es ist eine große Verantwortung, die alle miteinander tragen. Denn es geht um das Wohl und die Gesundheit der Menschen, Tiere, Pflanzen und unserer Erde.

Wir vom Falkenhof inklusive Mitglieder können nun den Winter nutzen um das vergangene Jahr zu reflektieren. Was wollen wir verändern, verbessern, was ist gut, was darf bleiben, was soll kommendes Jahr passieren? Ich freue mich auf einen regen Austausch vor den Kaminen und Heizkörpern der Region, auf Kaffee, Kekse, Kerzenschein…

Herzliches Dankeschön,
von den Falkenhöflern


Wir wünschen euch allen eine besinnliche Adventszeit